Wer hat das eigentlich so entschieden?

Der Satz fällt häufig in Sitzungen, wenn ein Vorhaben nicht hält, was es vor einem Jahr versprochen hat. Einige Köpfe heben sich. Niemand greift den Faden auf. Damals wurden die Risiken besprochen und die Mehrheit war eindeutig. So steht es im Protokoll. Nur erinnert sich daran heute kaum jemand. Was zwischen damals und heute aus dem Bild fällt, sind die Bedingungen, unter denen die Argumente überzeugten. Aber wenn Folgen zu tragen sind, bleibt häufig nur ein Name übrig.

Verhaltensökonomen nennen das Ergebnisverzerrung. Eine sorgfältig begründete Entscheidung, getroffen mit dem damaligen Wissen, wirkt im Nachhinein wie ein vermeidbarer Fehler, wenn sie schiefging. Vielleicht hilft im Rückblick weniger das Protokoll der Entscheidung als das der verworfenen Alternativen: Was haben wir bewusst nicht gewählt, und warum? Mit dem Essay „Das Führungsdilemma – Anatomie eines unvermeidlichen Widerspruchs” denken wir das bald auf Qvado weiter.